Zum Inhalt springen

"denkmal aktiv" - Projektergebnis 16/17

Eine alte Mauer wird zum Hingucker

Foto: Richter

Maxi Lorr (l.) und Karoline Felgentreu sind stolz auf ihre Bilder. Die beiden Mädchen haben gemeinsam mit zehn weiteren Wiesenschülern der Klassenstufen 8 bis 10 an einem Kunstprojekt teilgenommen, um eine denkmalgeschützte Mauer in Altes Lager zu verschönern. In diesem Jahr ging das Projekt in die zweite Runde. Das Thema lautete „Altes Lager von unten“. Entstanden sind interessante Motive wie hier die Halle am Flugplatz oder der wolkige Himmel. Die Hauptamtsleiterin von Niedergörsdorf, Andrea Schütze, bedankte sich bei allen Beteiligten für den schönen Anblick. Ein kleiner Spaziergang direkt an der Feuerwehr Altes Lager lohnt sich. Im nächsten Jahr sollen neue Bilder hinzukommen.

 

 Quelle: MAZ, Jüterbog, vom 18.07.2017, Autorin: Isabelle Richter

 hier geht es zum Artikel

 

 

Öffentliches Sünden-Beichten auf dem Marktplatz Schülerinnen der Jüterboger Wiesen-Oberschule haben ein außergewöhnliches Kunstprojekt entwickelt: In einem selbstgebauten Sündenfresser kann man seine Schandtaten preisgeben

Foto: Isabelle Richter

Jüterbog. Claudia Hofrichter schaudert es vor dem Beichtstuhl. „Dort ist es ja schon ein bisschen gruselig“, findet die Passantin, die über den Jüterboger Markt schlendert. Zu beichten hat sie nichts. Trotzdem findet sie es gut, „dass die Jugendlichen sich damit beschäftigen“. Es ist die Sünde, mit der sich die Wiesenschülerinnen des Kunstkurses von Kunstlehrerin Sarah Schultz beschäftigen. Neugierige Blicke aus der Ferne ernteten sie gestern Vormittag für ein ganz besonderes Stück, das sie vor dem Rathaus ausgestellt hatten: einen selbstgebastelten Beichtstuhl. Der „Sündenfresser“, wie sie ihn selbst nennen, entstand im Rahmen ihres Kunstkurses und ist ein Beitrag zum Projekt „denkmal aktiv“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Die Kooperation mit der Evangelischen Grundschule Jüterbog und der Medienschule Babelsberg soll den Schülern die Themen Reformation, Religion und Denkmalschutz näher bringen. Darüber hinaus soll das Interesse für künstlerische Arbeit gefördert werden. In diesem Schuljahr widmeten sich die Wiesenschüler deshalb denkmalgeschützten Sakralbauten im Land Brandenburg und setzten ihre Ideen um. Dazu beschäftigten sie sich nicht nur mit der Geschichte und Architektur, sondern auch mit Begriffen wie Himmel und Hölle sowie
Sünde und Beichte. „Früher hatten die Menschen ganz große Angst davor, was nach dem Tod passiert“, sagt Sarah Schultz. Ihnen war klar: Wer zu Lebzeiten eine der sieben Todsünden begangen hatte, muss zur Strafe für lange Zeit in der Hölle schmoren. Um das Schlimmste zu vermeiden, half damals nur der Gang zum Beichtstuhl. Obwohl die Oberschülerinnen sich einig sind, dass die Angst vor dem Tod und dem Danach heutzutage nicht mehr so präsent ist wie früher, finden sie doch, dass es der Seele guttue, sich durch eine Beichte von seinen Lasten zu befreien. Doch die meisten Marktbesucher an diesem Tag haben offenbar ein reines Gewissen. An ihre letzte Sünde können sich die wenigsten erinnern. Vielleicht ist es der immer noch anhaltende Respekt vor diesem Thema, vielleicht auch die Frage: Wo fängt Sünde eigentlich an? Kunstlehrerin Sarah Schultz sieht das eher pragmatisch: „Es ist doch wirklich schwer, nicht zu sündigen. Man isst ja öfter mal mehr als man muss.“ Joanna Antelmann dagegen glaubt, hinter einer Sünde stecke mehr als ein wenig Neid oder ein dicker Bauch. „Für mich ist es eine Sünde, wenn man seine Freunde oder Familie betrogen hat“, sagt die Schülerin. Sie glaubt übrigens auch nicht an den Mythos, dass es für einen Teil der Menschheit nach dem Tod in die Hölle geht. Wer den Beichtstuhl verpasst hat, muss sich nicht ärgern. Die nächste Möglichkeit, ihn zu nutzen, gibt es während der Sonderausstellung im September im Kulturquartier.

 

Quelle: MAZ, Jüterbog, vom 14.07.2017, Autorin: Isabelle Richter

 

hier geht es zum Artikel

Kunst trifft Handwerk - Jüterboger Wiesenschüler gestalten abschnittsweise eine denkmalgeschützte Mauer in Altes Lager und bringen so neue Ansichten in den Niedergörsdorfer Ortsteil

Foto: Isabell Richter

Jüterbog. Für zwölf Schüler der Klassenstufen 8 bis 10 heißt es in dieser Woche: spachteln, mischen, basteln. In der Kreishandwerkerschaft versuchen die Jüterboger Wiesenschüler derzeit ihren aktuellen Auftrag zu erfüllen. Sie sollen innerhalb eines Kunstprojekts für mehr Schönheit und Kultur im Niedergörsdorfer Ortsteil Altes Lager sorgen. „Das Projekt ist eine Kooperation der Kreishandwerkerschaft, der Gemeinde Niedergörsdorf und der Wiesenschule“, sagt Jugendkoordinatorin Marika Gerlach. Eine Förderung gab es außerdem von der Initiative „Ich kann was“der Deutschen Telekom-Stiftung. Bereits im vergangenen Jahr begann die Projektgruppe damit, eine rund 150 Meter lange Mauer nahe der Bahnstation mit ihren Kunstwerken aufzufrischen. Denn bis dahin verbreitete das denkmalgeschützte Bauwerk nur noch triste Langeweile. Zehn Meter haben die Schüler im ersten Durchlauf gestaltet – in diesem Jahr kommen weitere zehn Meter dazu. So soll die Mauer über die Jahre hinweg bis zum Ende mit den Werken der kreativen Köpfe ausgeschmückt werden. Damit die Bilder äußere Einflüsse mögllichst lange überstehen, bekommen die Wiesenschüler Unterstützung von zwei echten Profis. Die Künstler Peter und Conrad Panzner aus Oehna zeigen in einzelnen Schritten, wie die Jugendlichen von der ersten Idee zum fertigen Bild gelangen. Dabei spielt die Motivfindung eine entscheidende Rolle. In dieser Woche sollten die Nachwuchskünstler den Ortsteil Altes Lager deshalb aus einer besonderen Perspektive betrachten – und zwar von unten. Aus den Fotos im Liegen, Sitzen und Hinabschauen entstanden so die ersten Vorlagen. Interessante Ausschnitte von Pflanzen, Gegenständen oder außergewöhnlichen Bauwerken kamen dabei heraus. Yildiz Auras hat sich für eine verzierte Tür aus dem Stadion in Altes Lager entschieden. Bevor sie mit der Arbeit an ihrem Mauerbild beginnen konnte, musste sie zunächst eine Skizze von der Fotografie auf ein Blatt Papier bringen und die Anordnung der Farben bestimmen. Ist die Vorzeichnung stimmig, geht es an die große Leinwand. Die Spanholzplatte mit Aluminiumrahmen hatte die Schülerin zuvor selbst in der Werkstatt gebaut. Die 16-jährige Yildiz sagt: „Ich kann sehr gut mit Holz arbeiten.“ Ihr Wunsch ist es, nach der Schule eine Ausbildung als Tischlerin zu beginnen. Die Zehntklässlerin beginnt damit, ihre Holzplatte farblich zu gestalten. Das Füllmaterial ist ein Mix aus Sand, Latex und Acrylfarbe. Conrad Panzner erklärt: „Der Latex dient als Bindemittel für den Sand und die Farbe. Dadurch bleiben die Bilder wetterfest und es setzt sich zum Beispiel kein Moos ab.“ Eine genaue Rezeptur für das Gemisch gibt es nicht. Der Latex sollte jedoch sparsam eingesetzt werden, damit die Masse nicht zu dünn wird. Conrad Panzner sagt, man könne sich für die richtige Konsistenz an Knete orientieren. Der richtige Farbton kann mit den verschiedenen Acrylfarben zusammengemischt werden. Diese eignen sich besonders, da sie sehr lichtbeständig sind. Die dicke Farbmasse wird anschließend mit einem Spachtel etwa einen Zentimeter dick aufgetragen. Am Freitag sollen die Arbeiten abgeschlossen und zum Trocknen ausgelegt werden.

 

 Quelle: MAZ, Jüterbog, vom 06.07.2017, Autorin: Isabelle Richter

 

hier gehts zum Artikel

 

 

Kreisarchologoge Stefan Pratsch besucht Schüler eines Kunstkurses der Wiesenoberschule

Foto: Isabelle Richter

Jüterbog: Die Schüler des Wahlpflichtkurses Kunst der drei zehnten Klassen der Wiesenoberschule Jüterbog hatten am Freitagmorgen einen besonderen Gast. Kreisarchologe Stefan Pratsch erklärte die Entstehung Jüterbogs und der Umgebung von der Steinzeit über das Mittelalter bis hin zur Neuzeit.

"Die Slawen hatten auch Städte, nur waren die aus Holz", erklärte Pratsch die ersten Ansiedlungen von etwa 20 bis 30 Häusern entlang der Nuthe um etwa 800 bis 1200 vor Christus. Steinbauten entstanden erst später. "Schon in den Anfängen waren unsere Vorfahren kreativ", sagt Pratsch. "Wenn irgendwo ein großer Findling einen Riss hatte, steckten die Menschen Holzkeile hinein und gossen Wasser darauf." Durch die Witterungsbedingungen dehnte sich dann das Wasser aus und spaltete den Stein. Mit der Frage, was es denn mit dem Steinkreuz am Neumarkt auf sich hat, erntete Pratsch Ratlosigkeit bei den Schülerinnen. Umso interessanter war für sie die Antwort. "Wenn ein Mörder reumütig war, konnte dieser ein Steinkreuz errichten", so Pratsch. Er selbst hat bei seinen Ausgrabungen schon viel gesehen. In Jüterbog findet er die Liebfrauenkirche am interessantesten. Sie ist die zweitälteste Kirche in Brandenburg. Außerdem sagt er über Jüterbog: "Es gibt Hinweise, dass hier Münzen geprägt wurden." Überreste eines alten Schlosses und einer Kapelle werden im Schlosspark vermutet. 

Der aus Schülerinnen bestehende Kunstkurs von Lehrerin Sarah Schultz beschäftigt sich in diesem Jahr mit Jüterbog am Vorabend der Reformation. Zusammen mit der Medienschule Babelsberg und der evangelischen Grundschule Jüterbog bildet die Wiesenoberschule den schulformübergreifenden Verbund "denkmal-aktiv". Jede Schule bringt dazu ein Kunstwerk zum Projekttitel "Gottes Häuser. Sakrale Denkmale" ein, stellt Werke aus und verfasst außerdem einen Blog darüber.

Einen Beichtstuhl haben die Wiesenschüler bereits gebastelt. "Vielleichtstellen wir ihnen auf den Markt" sagt Sarah Schultz. Zudem malte jede Schülerin die sieben Totsünden und es sollen Filme zu dem Thema entstehen.

 Quelle: MAZ, Jüterbog, vom 21.01.2017, Autorin: Isabelle Richter

 

 

 

Einladung zur Jugendgeschichtsmesse

Im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam fand am Samstag den 19.11.2016  die Jugendgeschichtsmesse statt. Hier stellten Jugendliche im Rahmen der Jugendgeschichtstage Projekte zu Geschichte und Geschichten aus Brandenburg vor und berichteten von ihren Erfahrungen und Erlebnissen. Der WPII-Kunst Kurs der Jahrgangsstufe 10 von Frau Schultz beteiligte sich ebenfalls daran. Gleich mehrere Schülerinnen machten sich auf den Weg nach Potsdam, um dort die Ergebnisse des Schuljahres 2015/2016 zu präsentieren. Die Schulleitung bedankt sich auf diesem Wege bei allen Akteuren für das tolle Engagement.

 

Fotos: Schule

 

Fine-Art Gallery Rubbish

Diese Gallery ist von Jason Busch, Klasse 9d, im WP 2 Kunstkurs entstanden. Es zeigt moderne Kunst, eine Mischung zwischen Streetart und Graffity, ausgestellt in einer Galerie. Einige Besucher sehen sich das Werk an und lesen die Beschreibung.

Jason Busch, Klasse 9d, hat diese Gallerie im Wahlpflichtunterricht Kunst gestaltet. Mit einfachsten Materialien hat er sich zum Thema "Mein Traumhaus" für die Gestaltung einer Gallerie entschieden.

Kooperationspartner Kunstprojekt 2017

 

 &

 

 

Dank und Grussworte

 

Für die spontane Zusage der Schirmherrschaft für unser Schülerprojekt danken wir dem Jüterboger Bürgermeister, Herrn Raue.


Besonderer Dank gilt unseren Förderern und Sponsoren für die finanzielle  Unterstützung des Projektes:

Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Schulprogramm "denkmal-aktiv"

Stadt Jüterbog als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft "Städte mit historischen Stadtkernen" des Landes Brandenburg

 Rotary Club Kloster Zinna

 VR Bank Fläming eG


"Ich freue mich, dass ich als fachlicher Partner für dieses Projekt angefragt wurde und mir somit ein Bild von der Leistungsfähigkeit unserer Wiesenschüler machen darf. Für das Erreichen unseres selbstgesteckten Zieles, ein Modell vom Schlosspark für die  Dauerausstellung unseres Museums, werde ich mich mit Engagement und Heimatliebe einbringen. Die Motivation für dieses tolle Projekt ist die inhaltliche und kreative Auseinandersetzung mit unserer Heimatgeschichte.  Sie macht unseren Heimatort Jüterbog zu etwas Besonderem und ist ein wichtiger Beitrag für den praktischen Denkmalschutz und die Denkmalpflege."

Diana Lindner, Freie Garten- und Landschaftsarchitektin und fachliche Partnerin des Projektes, 12.01.16 


"Der Schlosspark hat einen jahrtausendealten Werdegang, der uns einen beispielhaften Einblick in unsere Kulturgeschichte ermöglicht. Diese Entdeckungsreise mit den Schülerinnen und Schülern zu unternehmen empfinde ich als große Bereicherung."

Sarah Schultz, Kunstlehrerin und Projektleiterin, 13.01.16


 „Unsere Stadt Jüterbog ist in der einzigartigen Situation auf eine unglaubliche Vielzahl an historischen Schätzen, Bauwerken und kostbaren Erbstücken zurückschauen und zugreifen zu können.  Wir sind stets bemüht, dieses Erbe für die Nachwelt zu bewahren und für kommende Generationen zu erhalten und nutzbar zu machen. Noch viel wertvoller ist es aber aus meiner Sicht, wenn sich eben diese junge Generation selbst mit dem historischen Erbe beschäftigt und dieses zu schätzen lernt.

Ich freue mich daher außerordentlich, dass sich Ende 2015 eine Schülergruppe der Wiesenschule gefunden hat, um eines dieser historischen Schmuckstücke unserer Stadt, den Schlosspark Jüterbog, einmal näher zu betrachten, aufzuarbeiten und sich einfach damit ausführlicher zu beschäftigen.Welchen Hintergrund hat der Name „Schlosspark“, wer hat ihn dereinst angelegt und geplant, wofür wurde er genutzt, wie sah er im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte aus - all das sind spannende Fragen, mit denen sich die Schüler auseinandergesetzt haben. Die Antworten darauf zu finden war sicherlich ebenso hochspannend für die Schüler, wie für die Projektbetreuer, und ich freue mich sehr, dass wir die Antworten demnächst im Rahmen einer Ausstellung im Museum im Mönchenkloster dauerhaft auch anderen Jüterboger Bürgern und Gästen zugänglich machen können.

Mit der Landschaftsarchitektin Frau Diana Lindner konnte die Unterstützung für das Projekt nicht besser gefunden werden – ich danke Ihr für diese wertvolle Arbeit mit den Schülern. Ich freue mich seit Beginn des Projektes bereits auf das Ergebnis und insbesondere auf das Modell unseres schönen Schlossparks und hoffe, dass damit viele künftige Generationen die Bedeutung und Besonderheiten unseres Parks zu schätzen lernen.

Noch viel mehr würde ich mich darüber freuen, wenn dieses Projekt nun sogar oder vielleicht noch Nachahmer findet. Wenn sich vielleicht noch mehr Schüler unserer Stadt mit der Geschichte und dem historischen Erbe befassen würden, um so unsere Stadt und ihr wertvolles Erbe lebendig für die Zukunft zu halten.“

 Arne Raue, Bürgermeister der Stadt Jüterbog und Schirmherr des Projektes, 22.03.2016