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Jüterbogs Kitas auf dem Prüfstand - Wiesenschüler bewerten Strom- und Wärmeverbrauch und entwickeln Ideen zum Energiesparen

Foto: Isabelle Richter

Beim Projekt „Mission Energiesparen“ besuchten am Dienstagnachmittag zwei achte Klassen der Wiesenschule die beiden Jüterboger Kitas „Spiel mit“ und „Struppi“. Die Schüler befinden sich momentan in der zweiten Phase des Wettbewerbs des Versorgers Energie Mark Brandenburg und haben gute Chancen, das Finale zu erreichen. Dazu müssen sie noch vor den Winterferien ihre Ergebnisse und Ideen einreichen. Im ersten Schritt untersuchten die Schüler dazu den Energieverbrauch der beiden Kitas. Dazu maßen July Rittmann und Lisa Jakob unter anderem die Temperaturen in verschiedenen Räumen mit einem speziellen Infrarot-Thermometer. „Man muss das Gerät auf die Wand richten und einen Knopf drücken. Dann zeigt es einem die Raumtemperatur an“, sagte Lisa Jakob. Die 13-Jährige untersuchte mit ihrer Klasse zusammen die Integrationskita „Struppi“. Im Vergleich zur Kita „Spiel mit“ fiel den Schülern auf, dass sich die Werte dort ziemlich von den Angaben der Thermostate unterschieden. In einem Gruppenraum zeigte das Thermostat 20  rad an. Das Infrarot-Thermometer zeigte jedoch eine Raumtemperatur von 26 Grad. Außerdem fanden sich dort auch im Bereich Strom Unterschiede. Während in der Kita „Spiel mit“ fast ausschließlich Energiesparlampen leuchten, ist die Kita „Struppi“ noch etwa zur Hälfte mit Leuchtstoffröhren ausgestattet. Bei den Standby- Geräten waren dagegen in beiden Kitas nur der PC und Drucker im Büro der Kitaleiterinnen dabei. Außerdem nutzen beide Kitas Normalstrom statt Ökostrom und heizen mit Erdgas. Eine energieeffiziente Brennwertanlage wurde in beiden Kitas verbaut. Noch in dieser Woche werden die Schüler Verbrauch und Kosten der Kitas im Unterricht berechnen und darüber hinaus Ideen entwickeln, wie man dort in Zukunft noch mehr Energie einsparen könnte. Ob die achten Klassen aus Jüterbog damit ins Finale einziehen und somit weiterhin die Chance auf den Sieg und ein Preisgeld für die Klassenkasse haben, wird sich zeigen. „Wenn wir gewinnen würden, wäre das ein Traum“, sagte July Rittmann. Die Schüler sind sich einig,  ass ihnen die Teilnahme am Projekt viel gebracht habe – unabhängig davon, wie sei dabei abschneiden.

Quelle: MAZ, Jüterbog, vom 24.01.2018, Autorin: Isabelle Richter

 

 

Sparsam in die nächste Runde

Foto: Isabelle Richter

„Ich habe zu Hause darauf geachtet, wie lange der Fernseher an ist und ich muss zugeben, dass der Fernseher oft lief, obwohl ich gar nicht geguckt habe“, erzählt Lisa Ramm. Die 13-jährige Wiesenschülerin will in Zukunft besser auf ihren Energieverbrauch achten. Grund dafür ist ihre Teilnahme an dem Schulprojekt „Mission Energiesparen“, welches seit mehreren Jahren von der EMB Energie Mark Brandenburg organisiert wird. Aus der Jüterboger Wiesenschule haben sich nach der ersten Etappe zwei achte Klassen für die zweite Runde des Wettbewerbs qualifiziert. Im ersten Schritt bekamen die Schüler noch vor Weihnachten einen Fragebogen mit nach Hause. Dieser beinhaltete verschiedene Schwerpunkte. Zum einen wurde dort nach dem Energieverbrauch ihrer Familien im Bereich Strom und Wärme gefragt. Darüber hinaus sollten sich die Achtklässler Gedanken darüber machen, wie sie zu Hause künftig mehr Energie einsparen können. Beim Rundgang durch die eigenen vier Wände stellten die Schüler unter anderem fest, dass die meisten Haushalte bereits mit energiesparenden LED-Lampen ausgestattet sind. Energiefressende Glühlampen waren nur noch vereinzelt im Einsatz. Trotzdem lauerten in jedem Haushalt auch unscheinbare Tücken. Physiklehrerin Claudia Mickel: „Wir haben zum Beispiel auch über den Standby-Modus gesprochen und wie man dort mit Steckdosenleisten sparen kann oder wie viel man spart, wenn man duscht anstatt zu baden.“ Punkte gab es bei der Bewertung der Fragebögen übrigens nicht mehr nur für die gefundenen Stromfresser im Haus. Da viele Familien inzwischen umweltbewusster ausgestattet sind, fließen nun auch Wissensfragen und Rechenaufgaben zum Thema in die Bewertung mit ein. Aufschlussreich für die Wiesenschüler waren dabei besonders die Ersparnisrechnungen. Um den Jugendlichen zu verdeutlichen, inwieweit sich das Sparen von Energie auch finanziell für sie und ihre Familien lohnt, berechnete Claudia Mi-ckel mit ihnen im Unterricht, welche Summe sie in einem Jahr sparen könnten, wenn sie Energie bewusst nutzen und kleine Dinge im Alltag beachten. „Das war schon eine ganze Menge. Im Durchschnitt kamen dort zwischen 20 und 50 Euro im Jahr raus“, berichtet die Physiklehrerin. „Ich versuche ab jetzt, das Licht immer auszuschalten, wenn ich es nicht brauche“, sagt Lisa Ramm. Auch ihr Mitschüler Justin Reichstein hat aus dem Projekt bereits viel Neues mitgenommen. Denn durch den Fragebogen musste sich der 14- Jährige mit Dingen beschäftigen, von denen er vorher gar keine Ahnung hatte. So musste er bei der Frage nach der Energieeffizienzklasse seines Kühlschranks erst einmal seine Eltern fragen. Inzwischen weiß er, dass ein Gerät mit der Angabe „A+++“ am sparsamsten ist. Ab der kommenden Woche starten die Achtklässler in die zweite Etappe des Projekts. Dort werden sie den Energieverbrauch einer örtlichen Kita bewerten. Wenn auch diese Auswertung gelingt, haben sie gute Chancen, das Finale des Wettbewerbs zu erreichen.

 

Quelle: MAZ, Jüterbog, vom 06.01.2018, Autorin: Isabelle Richter