Zum Inhalt springen
06.08.2019 Von: Hartmut F. Reck

Wiesenschüler orientieren sich neu

Jüterboger Oberschüler, die seit Montag in der Pestalozzischule unterrichtet werden, müssen enger zusammenrücken – Noch einige Nacharbeiten notwendig


Foto: Hartmut F. Reck

Coole Musik ertönte auf dem Schulhof der Pestalozzischüler. Musiklehrer Simon Stalter hatte die schuleigene HiFi-Anlage aufgebaut und half damit den Wiesenschülern, ihren neuen Schulort zu finden. Seit Montag werden die Oberschüler aus der Wiesenschule in der ehemaligen Pestalozzi-Förderschule in Jüterbog unterrichtet. Pünktlich um 8.15 Uhr erklang der Schulgong. Dann noch einmal um 8.20 Uhr. „Wir beginnen den Unterricht morgens fünf Minuten später als bisher“, erläuterte Schulleiter Ralf Mund seinen Schülern, „weil der Weg vom Busbahnhof zur Pestalozzischule etwas weiter ist als zur Wiesenschule.“ Diese wurde völlig geräumt, damit sie in den kommenden zwei Schuljahren komplett saniert und ausgebaut werden kann. In dieser Zeit sind die Wiesenschüler in der Pestalozzischule untergebracht, die später zu einer zusätzlichen Grundschule, die in Jüterbog dringend gebraucht wird, umfunktioniert werden soll. Doch zunächst musste erst einmal die Pestalozzischule für ihre neue Funktion als Übergangslösung für die Wiesenschule umfunktioniert werden. Das ist größtenteils während der Sommerferien geglückt. „Die Räume sind so weit, dass wir heute den ordentlichen Unterricht aufnehmen können“, sagte Schulleiter Ralf Mund bei der Begrüßung der 317 Schüler und 32 Lehrer, von denen sechs neu an der Schule sind. Hinzu kommen noch ein Hausmeister und zwei Küchenkräfte sowie ein Schulsozialarbeiter. Neu sei das Gebäude nun für alle Schüler, so Mund, außer für die, die vorher dort schon waren. Insgesamt elf Förderschüler müssen sich nun zwar nicht an das Gebäude gewöhnen, dafür aber an einen ganz anderen Unterrichtsrhythmus und vor allem an größere Klassen. Ralf Mund bedankte sich bei den neuen Zehntklässlern, die während der Ferien in ihren künftigen Klassenräumen renoviert haben, und bei der Firma Bröse, die den Umzug toll gemeistert habe. Dennoch gebe es noch immer ein paar Baustellen, bei denen nachgearbeitet werden müsse, sagte der Schulleiter. So wären die interaktiven Tafeln noch nicht in allen Klassen aufgehängt und installiert. Das soll aber noch in dieser Woche geschehen. Zudem sind die beiden Toilettencontainer noch nicht angeschlossen. Wenigstens sei die Verkehrswegesicherung inzwischen geregelt worden, ist Ralf Mund erleichtert. Da der Schulhof nicht groß genug ist, sollen die Neunt- und Zehntklässler den Sportplatz auf der anderen Straßenseite benutzen. Dafür wurde ein Geländer vor der Schule errichtet, damit die Schüler nicht einfach so über die Straße „Hinter der Mauer“ hinüberlaufen können. Zudem wurden zwei Verkehrsschilder „Spielstraße“ aufgebaut, damit die Autofahrer wissen, dass sie nur langsam an der Schule vorbeifahren dürfen. Gewöhnungsbedürftig ist auch die Raumsituation. Die Klassenzimmer sind kleiner und es gibt weniger Räume. „Das kann aber auch eine Chance sein“, sagte der Schulsozialarbeiter Michael Lehmann gegenüber MAZ. „Denn so müssen alle nicht nur physisch näher zusammenrücken.“ So müsse man mehr aufeinander achten, was die sozialen Kompetenzen durchaus fördern könne.

Quelle: MAZ, Jüterbog, vom 06.08.2019, Autor: Hartmut F. Reck